Ein Herz und eine Seele
Das Herz ist seit jeher in vielen Kulturen der Sitz der Seele
und der Gefühle. Vielleicht auch aus diesem Grund hat die
WHO 1984 besonders auf die Wichtigkeit der spirituellen Bedeutung
für die körperliche, seelische und soziale Gesundheit
der Menschen hingewiesen. Gesundheit und Krankheit sind nicht
nur von der Veranlagung abhängig, sondern in hohem Maße
auch vom Lebensstil, der körperliche, soziale, psychische
und spirituelle Faktoren umfasst. Namhafte Harvard - Professoren
sind der Meinung, dass die Hinwendung zu spirituellen-seelischen
Überzeugungen offenbar nicht nur emotional und spirituell
tröstlich, sondern darüber hinaus lebenswichtig für
unsere körperliche Gesundheit ist. Auch der amerikanische
Herzspezialist Dean Ornish kam mehr und mehr zu der Überzeugung
dass unser seelisches und spirituelles Wohlbefinden für
die Gesundheit unseres Herzens von außerordentlicher Bedeutung
ist.
Bekannter weise ist Stress in aller Regel ein anerkannter Risikofaktor
für die Lebensdauer des Herzens und für die Stabilität
der Psyche. Wenn wir von Stress sprechen ist uns oft zu wenig
bewusst, auf welche vielfältige und facettenreiche Art
verschiedene Stressformen entstehen und wie er auf unser gesamtes
physisches und psychisches Wohlbefinden einwirkt.
Arbeitsstress: berufliche Belastung besteht in einem Missverhältnis
der Anforderung und der Möglichkeit darauf zu reagieren. Zum
Bereich Stress in der Arbeit sind auch Versagensängste, Mobbing
und Burnout zu zählen. Diese psychischen Disharmonien führen
nachwirkend dazu, das der Betroffene in seiner Freizeit eine deutlich
gestörte Erholungsfähigkeit aufweist.
Partnerprobleme: es gilt als erwiesen, dass bei massiven
und immer wiederkehrenden Partnerschaftsproblemen koronare Herzkrankheiten
häufiger auftreten.
Soziale Isolation: in verschiedenen Studien wurde nachgewiesen,
dass Einsamkeit ungesunden Stress fördert, wodurch das Risiko
einer koronaren Herzerkrankung steigt.
Depression, Ängste & Zwänge: sind eine Form
von ungesundem Stress. Die Gesellschaft bringt diese psychischen
Erkrankungen leider viel zu wenig in Verbindung mit negativem Stress.
Zu oft vergessen wir, dass Verlassenheitsängste, Existenzängste,
Versagensängste, Beziehungsängste regelmäßig
den Stresspegel kontinuierlich ansteigen lässt ohne dass die
Person dies bewusst wahr nimmt.
Posttraumatischer Stress: Posttraumatische Belastungsstörungen,
Akute Belastungsreaktionen, sowie Anpassungsstörungen haben
gemeinsam, dass durch ein in der Regel unvorhergesehenes plötzlich
auftretendes schreckliches Ereignis ein massiver emotionaler und/oder
körperlicher Stress unterschiedlichste Traumatisierungen auslösen
können, die dann kurz, aber blitzartig tage- bis jahrelang
in immer wiederkehrenden Flashbacks (Nachhallerinnerungen) auftauchen.
Schlafstörungen: Einschlaf- und Durchschlafstörungen
führen zu Stress, der sich negativ auf die Schlafqualität
so wie auf die unterschiedlichen Schlafphasen und auf den ganzen
Organismus auswirkt.
Psychosomatik: Aus der psychosomatischen Medizin gilt heute
als gesichert, dass nicht verarbeiteter Stress über einen längeren
Zeitraum zu somatischen Beschwerden führen kann.
Der Vollständigkeit halber muss festgehalten werden, dass
ungesunder Stress (Distress) nicht nur das Herz belastet, sondern
auch Einfluss auf die verschiedensten anderen Organe, Körperfunktionen
und Hormone hat. Hier sei speziell der Magen-Darm-Trakt, Spannungskopfschmerzen,
Dermatologische Unterleibserkrankungen, bestimmte Hauterkrankungen
und Hormonstörungen zu nennen. Hormone und Botenstoffe
werden variabel /oder rhythmisch ausgestoßen, je nach
Herzfrequenzvariabilität und Stressvolumen.
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