Symbole

C.G. Jung sieht die Symbole als Energietransformatoren des psychischen Geschehens und des seelischen Lebens des Menschen. Er unterscheidet das Zeichen welches immer weniger Gehalt voll als der Begriff ist für den es steht, während das Symbol mehr enthält, als man auf den ersten Blick erkennen kann. Symbole sind nach C.G. Jungs Auffassung natürliche und spontane Erscheinungen, die man nicht erfinden kann, sondern die im Zuge manchmal von Jahrhunderten aus sich selbst entstehen. Im Traum treten Symbole hingegen spontan auf, den Träume geschehen, sie werden nicht erfunden, sie stellen daher die Hauptquelle unserer Symbolkenntnis da. Aus: Symbole und Traumdeutung, Jung

Um die Kraft und die Bedeutung der Symbole auf uns Menschen und auf unser Unbewusstes besser zu verstehen, ist es nötig, kurz die wesentlichen vier grundlegenden Bedeutungen welches die Symbole so wichtig für uns machen zu erörtern.

1.) Bildhaftigkeit
Ein Symbol ist ein „stehendes Bild“, das in sich die verschiedensten Wesensmerkmale vereinigt. Im Unterschied zu „laufen den Bildern“ (wie z.B. im Kino, Fernsehen) ist dem Symbol die wesentliche Aussage in einem einzigen Bild zusammengefasst.

2.) Psychodynamik
Unter der Psychodynamik verstehen wir in die Tiefepsychologie die Antriebskräfte der Seele so wie die verborgenen Beweggründe des Herzens. Die Bilder (Symbole) bilden die innere Wirklichkeit ab und setzen uns ins Bild über bisher unbekannte Seiten unserer Person. Da ein Symbol immer aus den Tiefen des menschlichen Unbewussten aufsteigt, ist es angereichert mit einem Empfinden von Numinosität, welche zur Psychodynamik und Wirkung des Symbolbildes auf den Betrachter führt.

3.) Symbolbildung
Der Psyche des Menschen wohnt die Fähigkeit zur Symbolbildung inne. Diese Funktion ist ein wichtiger Ausdruck für das gesunde und normale Seelenleben. Ein lebendiges Symbol stellt ein wesentliches Stück unseres unbewussten Seelenlebens daher und verbindet uns daher, mit den tieferen Beweggründen unserer Seele und Person. Die Fähigkeit des Menschen zur Symbolbildung ist besonders in therapeutischer Hinsicht von grundlegender Bedeutung.

4.) Ganzwerdung
Die therapeutische Funktion der Symbole dient letztlich der Ganzwerdung (Ausgewogenheit) der Person. Dies ist nach C.G Jungs Auffassung, der allgemeine menschliche Auftrag unseres Lebens und geht weit über den ärztlichen und psychotherapeutischen Bereich hinaus. Daher wird die Ganzwerdung gefördert durch archetypische Bilder und Symbole, die das Bewusstsein und das Ich mit dem Selbst verbinden. Besonders Kreissymbole oder Vierecke sog. Mandalas drücken den unbewussten Wunsch eines ganzheitlichen Lebens und den Wunsch nach Ganzwerdung der Psyche aus. Aus: Lexikon Jungscher Grundbegriffe, Walter Verlag, H. Hark