Der Sinn einer Paartherapie

Das Schwierigste im Leben eines Menschen ist es, eine liebevolle und dauerhafte Beziehung zu einem andern Menschen aufzubauen und zu unterhalten. Wir lernen Lesen und Schreiben, Rechnen , Sprachen, Geschichte und Geografie und hundert andere „nützliche“ Dinge. Doch wie wir eine Beziehung gestalten, dass sie unseren Bedürfnissen entspricht, hat uns niemand gezeigt. ……..Wir glauben oft, dass Sympathie und ein allgemeines Gefühl des Wohlbefindens genügt, um eine Beziehung am Leben zu erhalten. Beziehungen sind jedoch wie Pflanzen. Die Blume braucht nicht nur genügen Wasser, sondern auch Nahrung und Zuwendung. Eine Beziehung braucht deshalb – wie eine sensible Pflanze – Aufmerksamkeit, Zeit und Liebe, wenn sie gedeihen soll. (Die Beziehungskiste 1998)

Am Beginn einer Paartherapie besteht bei den meisten Klientenpaaren fast immer der Wunsch, einer Schlichtung und Beratung bei aktuellen oder immer wieder kommenden Ehe – oder Familienprobleme und Streitigkeiten. Oft ist es so, dass einer der Partner glaubt, in einen Psychotherapeuten einen Schiedsrichter oder Verbündeten zu finden. Dieser Irrglaube resultiert daher, dass die Mehrzahl der Klientenpaare die Paartherapie nicht als Therapie sondern als Beratung verstehen, was nicht die Aufgabe und Funktion des Therapeuten ist. Leider hat sich gleichfalls gezeigt, dass die überwiegende Mehrzahl der KlientenInnen nicht nach einer eignen psychischen Veränderung streben, sondern sich diese vom eigenen Partner wünschen (frei nach dem Motto: „Der Andere soll sich ändern !“). Alle diese Wünsche und Überlegungen können in einer Paartherapie unter dem Gesichtspunkt eines „Schiedsrichters“ nicht erfüllt werden und stehen somit im grassen Gegensatz zu einer „seriösen Paartherapie.“ Die Umsetzung und Bewusstmachung folgender Themen könnten in einer Paartherapie entscheidend für einen bessere Paarbeziehung sein:

  • Kritisches Erkennen und Verbessern des eigenen Kommunikationsstiles dem Partner gegenüber
  • Erlernen von verschiedenen partnerschaftlichen Problemlösungsvarianten
  • Schaffung einer Verbesserung und Sensibilisierung der Streitkultur zwischen dem Paar
  • Bewusstmachen und Erkennen von problematischen Verhaltensmustern der Partner in der Beziehung
  • Aufbau und Festigung der eigenen Individualität und Schaffung eines eigenen Freiraumes in der Paarbeziehung

Abschließend möchte ich dieses Kapitel mit der Definition über die „vier Grundpfeiler einer lebendigen Beziehung“ von F. Hirschi und W. Troxler

  • Gemeinsame Ziele; Denn nur durch gemeinsame Ziele legen die Partner den Grundstein für eine Beziehung, die über längere Zeit existieren soll
  • Einander aktiv unterstützen und zusammenarbeiten; Für einander einstehen, aus vollem Herzen geben und nicht nur konsumieren, nähren eine gute Beziehung
  • Miteinander offen und ehrlich reden; Wir lernen dadurch gegenseitig uns und unsere Bedürfnisse besser kennen und damit auch richtig einzuschätzen
  • Sich gegenseitig vertrauen; Keine Beziehung kann auf Dauer ohne das solide Fundament des Vertauens überleben.